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  • Verena Lauterbach

Punkten Sie mit Menschlichkeit – jetzt erst recht! (Teil 4 der Serie über Glaubwürdigkeit)

Wir sind noch immer beim Thema Glaubwürdigkeit – ein Phänomen, das im Alltag von uns allen eine große, wenn auch oft unterbewusste Rolle spielt. Im Angesicht von Corona wird besonders deutlich, welche enorme Kraft dadurch entstehen kann, was und wem man glaubt.

Gerade hat man den Eindruck, dass sich ein Spalt durch die Gesellschaft zieht. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die mit dem Corona-Virus weitgehend rational umgehen, vorgegebene Regeln akzeptieren und verantwortungsbewusst handeln. Auf der anderen Seite diejenigen, die einen großen Verrat wittern, sich um ihre Freiheit betrogen fühlen und mehr oder weniger stark rebellieren. Es ist klar, dass beide Lager jeweils ganz unterschiedlichen Nachrichten, Aussagen und Meinungen Glauben schenken. Jenseits der Tatsache, dass die Lage insgesamt prekär ist, zeigt sich dabei, wie individuell die Einschätzung von Glaubwürdigkeit ist.

In den letzten Beiträgen bin ich auf Kompetenz und Fachwissen sowie Objektivität als Faktoren für Glaubwürdigkeit eingegangen. In diesem Beitrag geht es um zwei weitere Dimensionen, bei denen es ganz gewaltig menschelt – großer Interpretationsspielraum inklusive…

Punkt 1: Wir neigen dazu, die Aussagen von Menschen, die uns ähnlich und sympathisch sind, eher zu glauben. Diese Beurteilung ist naturgemäß extrem subjektiv. Doch wie können Ähnlichkeit und Sympathie sprachlich ausgedrückt werden, um den Leser, Zuhörer oder Zuschauer bewusst „abzuholen“? Hier das Ergebnis meiner sprachwissenschaftlichen Forschung:

  • mit Beispielen aus der Erlebniswelt des Rezipienten arbeite

  • Gemeinsamkeiten betonen

  • Gruppensprache, Dialekt, Fachsprache verwenden

  • sich in jeder Hinsicht an die Zielgruppe anpassen


Punkt 2: Eine gewisse Dynamik in der Ausdrucksweise erhöht die Glaubwürdigkeit. Damit ist gemeint, dass die Aussage eben nicht trocken und leblos sein sollte, sondern dass sich der Mensch hinter der Message zu erkennen geben sollte, ein gewisses Maß an Empathie und Emotion sind jetzt gefragt. In der Sprache kann das ausgedrückt werden durch:

  • abwechslungsreiches Vokabular

  • konkrete Ansprachen, Ausrufe, wörtliche Rede

  • viel Aktiv, wenig Passiv

  • sprachliche Originalität

  • Witz, Ironie, Spannung in der Sprache, Wortspiele

  • Metaphern, Vergleiche, personalisierende Elemente


Schnell wird klar, dass diese beiden Aspekte viel Potential für Manipulation bieten und es liegt nahe, dass gewiefte Kommunikatoren sich hier fleißig bedienen, um in Sachen Glaubwürdigkeit zu punkten. Dennoch, es zeigt, wie wichtig das Eingehen auf das Gegenüber ist. In diesem Sinne – kommunizieren Sie bewusst und menschlich!

[Dieser Serienbeitrag ließ zugegebenermaßen etwas auf sich warten. Mich ereilte das wenig schlimme Schicksal Selbständiger, die im Zweifelsfall ihre eigene Geschäftspflege hintenanstellen, um sich auf spannende Kundenprojekte zu konzentrieren. Es folgt noch ein weiterer Teil zum Thema Glaubwürdigkeit – in Kürze, versprochen.]


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