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“Takes hours to climb and seconds to fall” – Teil 5 der Serie über Glaubwürdigkeit (Ende)

Vertrauen und Glaubwürdigkeit gehen Hand in Hand: Beides muss man sich oft hart erarbeiten und beides ist sehr zerbrechlich. Schon durch ein negatives Erlebnis entsteht Misstrauen und das angesammelte Guthaben ist futsch. Dabei beruht der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust heutzutage nicht mehr unbedingt nur auf eigenen Erfahrungen, sondern oft auch auf Erfahrungen aus der Community im Social Web, die sich in Sekundenschnelle mitteilt und aus Einzelerfahrungen und Meinungen ruckzuck Allgemeinwissen macht. Umso wichtiger ist es deshalb, seinerseits sorgfältig und glaubwürdig zu kommunizieren und in der Lage zu sein, die Glaubwürdigkeit anderer sicher zu beurteilen. In meinen letzten Blogbeiträgen habe ich bereits vier Aspekte beschrieben, durch die Glaubwürdigkeit in der Kommunikation regelrecht messbar ist.


In diesem Beitrag möchte ich auf die beiden letzten der insgesamt sechs Dimensionen von Glaubwürdigkeit eingehen – und die zeigen: Glaubwürdigkeit ist immer auch eine höchst moralische Angelegenheit.


Punkt 1: Wie gesagt, hängt Glaubwürdigkeit mit Vertrauen zusammen. Wir stufen Aussagen von jemandem, der uns vertrauenswürdig, zuverlässig, loyal und wahrhaftig erscheint, grundsätzlich eher als glaubwürdig ein. Diese Beurteilung ist zwar naturgemäß sehr individuell, aber es lassen sich durchaus sprachliche Kriterien definieren, die den Eindruck von Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität und Wahrhaftigkeit erzeugen. Diese sind:

  • direkte Äußerung von Intentionen

  • Verständlichkeit durch klare, offene und angemessene Sprache

  • dialogische Strukturen

  • Nennung von negativen Aspekten (Ehrlichkeit)

  • Transparenz durch Angabe von Quellen und Kontaktdaten

  • Thematisierung moralischer Standpunkte

  • Aktualität


Punkt 2: Natürlich kommt es dabei auch auf die Rolle des Kommunikators an. Wie tritt er auf, welche Erfahrung hat man bereits mit ihm gemacht und in welchem Kontext trifft er seine Aussage? Durch die folgenden Kriterien in der Kommunikation lässt sich dieser Aspekt gut einschätzen:

  • Übernahme von Verantwortung

  • Dialogbereitschaft, Interesse an Konsensfindung

  • Präsentation als potentieller Kommunikationspartner

  • Offenlegen einer möglichen Beeinflussungsabsicht

  • Sympathie, Vorurteile, Typ

Diese beiden Dimensionen vervollständigen meinen praktischen Leitfaden zu den grundlegenden Aspekten glaubwürdiger Kommunikation.


Klar ist: Glaubwürdigkeit ist kein Hexenwerk. Wer das, was er sagt, gut und ehrlich meint und bewusst kommuniziert, macht vermutlich intuitiv schon sehr viel richtig. Und umgekehrt wird es auch mit den besten Tricks (zumindest bei Kommunikationspartnern, die klar denken können) kaum gelingen, aus falscher und manipulativer Information eine glaubwürdige Botschaft zu formen.

Ich hoffe, ich konnte mit meiner fünfteiligen Serie über das spannende und aktuelle Thema Glaubwürdigkeit bei dem einen oder anderen aus einem diffusen Gefühl ein deutlich konkreteres Verständnis formen. Wer sich tiefer mit der Thematik beschäftigen möchte, Fragen oder ein Problem in Sachen Glaubwürdigkeit hat, kann sich natürlich gerne bei mir melden. Denn Sie wissen ja: It takes hours to climb and seconds to fall.



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